500 Jahre Heiligengeistfeld
Im Jahre 1497 wird der Name "Heiligen-Geist-Feld" erstmals urkundlich für die Ländereien des Heilig-Geist-Hospitals westlich vor der Stadt erwähnt.Im Zuge der Planung und des Baus der neuen Wallanlagen erfolgt 1622 ein Gebietstausch zwischen dem Senat und dem Heiligen-Geist-Hospital, wobei das Heiligengeistfeld in das Eigentum der Stadt übergeht.Am 09. März 1711 verpachtet der Senat die Fläche als Weideland an die "Knochenhauer zum Neuen Schrangen".Die älteste Urkunde von 1715 berichtet über die Verpachtung der Mühle auf dem Heiligengeistfeld, die in der Endzeit der napoleonischen Besetzung Hamburgs 1813/1814 die Vorstadt "Hamburger Berg" (seit 1833: St. Pauli) und die Mühle niederbrennen.Am 18. Oktober 1817 findet auf dem Heiligengeistfeld die erste Erinnerungsfeier an den Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig statt, eine Tradition die bis zum 50. Jahrestag 1863 alljährlich fortgesetzt wird.
Im Zusammenhang mit der Anlage des Holstentores wird 1857 der Pachtvertrag mit den Knochenhauern aufgehoben.
Am 13. November 1859 findet auf dem Heiligengeistfeld die "Schillerfeier" im Rahmen der Hamburger Verfassungsreform und der Gründung der neuen Bürgerschaft statt.
Im nordwestlichen Teil des Heiligengeistfeldes wird der "Hamburg-Altonaer-Central-Viehmarkt" errichtet, der am 1. Mai 1864 eröffnet wird. Ergänzend dazu werden 1886 im westlichen Teil Verbindungsgleise zwischen den Viehhallen und dem Bahnhof Sternschanze gebaut. 1887/88 wird eine Rinderhalle an der Ecke Neuer Kamp/Eimsbütteler Chaussee (heute: Budapester Str.) errichtet.
Am 1. Januar 1876 wird auf dem Heiligengeistfeld an der Glacischaussee eine Kunsteisbahn eröffnet. Weitere Bauwerke sind 1882 das Schlachtenpanorama am Millerntor und 1888 das Hochseepanorama an der Glacischaussee.
Zu den ersten Ausstellungen gehören die "Internationale Landwirtschaftliche Tierausstellung" vom 03.-11. Juli 1883 und die "Allgemeine Gartenbauausstellung 1897, die die Anfänge des Heiligengeistfeldes als Fest- und Messeplatz dokumentieren.
Wengleich zahlreiche Veranstaltungen noch stattfinden, so bietet das Heiligengeistfeld 1892 noch ein Bild der Idylle. Die Festwiese im Schatten der Windmühle wird gern auch als Ort zum Picknicken genutzt, wie ein Foto aus dieser Zeit zeigt.
In der Zeit zwischen 1894 bis 1899 erfolgt die Herrichtung und Planierung des Heiligengeistfeldes als zentraler Hamburger Festplatz.
Am 11. Mai 1895 wird die Ausstellung ``Italien in Hamburg" eröffnet und im Juli 1898 findet das IX. Deutsche Turnfest auf dem Heiligengeistfeld statt.
Dem DOM, seit dem Abriss des Gebäudes ``Hamburger Marien-Dom" 1806 auf mehrere Plätze der Stadt verteilt, wird 1893 der Spielbudenplatz und das Heiligengeistfeld als Veranstaltungsort zugewiesen. Mit Inkrafttreten der neuen Marktordnung für den ``DOM" vom 05. Januar 1900 findet der Hamburger DOM ausschließlich auf dem Heiligengeistfeld statt. Der erste ``Weihnachtsdom" wird vom 02. – 26. Dezember 1900 abgehalten.
1901/02 wird an der Ecke Glacischaussee/ Eimsbütteler Chaussee (heute: Budapester Str.) die neue Turnhalle des St. Pauli-Turnvereins errichtet.
Weitere Großveranstaltungen folgen wie z.B. die ``Internationale Fach- und Culturhistorische Ausstellung für das Fleischergewerbe" 1907, das 16. Deutsche Bundesschießen 1909, die ``24. WanderausstellungHamburg" (Landwirtschafts- ausstellung) vom 2.-7. Juni 1910, die ``GroLA" – Große Landwirtschaftliche Ausstellung vom 8. –14. Mai 1929
Neben den Ausstellungen und dem Weihnachtsdom wird das Heiligengeistfeld auch von verschiedenen Zirkusunternehmen genutzt, die oft auch mit einem ``Kleinen DOM" gemeinsam gastieren.
Aber das Heiligengeistfeld hat auch militärische Bedeutung. War es anfangs auch Übungsplatz für die Kanoniere der Stadtbefestigung,so wandelte es sich im 19. und 20 Jahrhundert
zum Paradeplatz, wie ein Foto der kaiserlichen Wehrmacht von 1911 zeigt.
Auch im Dritten Reich war das Heiligengeistfeld nicht nur Festplatz, sondern Aufmarschplatz für militärische Paraden und politische Demonstrationen .
Allen städtebaulichen Planungen zum Trotz...
Bestrebungen, das Heiligengeistfeld zu bebauen, nahmen ihren Ausgang mit der Erweiterung des Hamburger Stadtgebietes Richtung Westen Mitte des 19. Jahrhunderts (Viehhallen und Schlachthof).
Die Realisierung eines städtebaulichen ``Wettbewerbs zur Gewinnung von Ideen für eine Kongress-, Sport- und Ausstellungshalle auf dem Heiligengeistfeld Hamburg" von 1934 scheiterte letztlich an dem 1939 beginnenden 2. Weltkrieg. Stattdessen wurden nach dem Abriss der Windmühle 1939 im Jahre 1942 die Hochbunker I (heutige: ``Medienbunker") und II (Leitbunker) errichtet. Dazu gesellten sich ab 1943 zahlreiche Behelfsbauten
Inmitten der Behelfsheime ``Nissenhütten" und Trümmer erwachte mit dem ersten Sommerdom 1947 das Leben auf dem Hamburger Festplatz Heiligengeistfeld
1960-1962 wird das Millerntorstadion oder ``Paul-Koch-Stadion" des FC St. Pauli an seinem heutigen Standort erbaut.
Nach der Sprengung und Abtragung des Leitbunkers 1973-1975 wurde das heutige Gebäude der Deutschen Telekom errichtet.
Große Landwirtschaftliche Ausstellung Mai 1929
Foto der kaiserlichen Wehrmacht von 1911
Cirkus Carl Hagenbeck 1923
Medienbunker und Leitbunker 1943
Nissenhütten und Sommer DOM 1947
Militärparade im Dritten Reich
Knochenhauer
Überblick Heiligengeistfeld
Landwirtschftliche Ausstellung
Die Windmühle 1892
Turnerfest 1898
Hamburger DOM um 1900
Ausstellung für das Fleischergewerbe 1907
16. Deutsche Bundesschießen 1909














